Urwald zwischen Schule und Kunstrasen
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Erst das Mittagessen, dann die Arbeit.
Frau Gruber und ihre elf Schulgarten-Zwerge.
Es ist 12:50 Uhr, hunderte Schüler haben endlich Wochenende und stürmen in die Freizeit. Doch elf Unermüdliche begeben sich zum Chemieraum 2 zum wöchentlichen Treffen der Schulgarten-AG.
Es ließe sich vermuten, dass nach einer kurzen Besprechung alle Gartenfreunde eifrig nach draußen rennen und arbeiten. Aber bei Frau Gruber ist alles anders: Zuerst wird gekocht. Schließlich ist es 13 Uhr, und damit Essenszeit.
Wenn dann alle satt sind, begibt man sich in den Garten und guckt, was zu tun ist. Im Keller holen sich die Schüler Baumschere, Spaten oder sonst ein Gerät aus dem Privatbesitz von Frau Gruber und beginnen mit der Arbeit. Moment mal. Privatbesitz von Frau Gruber? Ja, so ist es in der Tat. Der Schulgarten wird ausschließlich aus privaten Mitteln finanziert. Gelegentlich kommt er auch in den Genuss von Sachspenden.
Doch was machen die elf Leute mit den Scheren, Spaten und Harken? Ehrlich gesagt, wirkt der Garten nicht so, als ob regelmäßig geschnitten oder geharkt würde. Das hat auch seine Richtigkeit, denn dahinter steckt System und Philosophie: Man überlässt den Garten zum Großteil der Natur. Und dieses Vorgehen hat sich bewährt. Denn nach etwa zehn Jahren Schulgarten gibt es dort wieder Tierarten, die man in näherer Umgebung nirgendwo bzw. sehr selten findet. Falter und Schmetterlinge zum Beispiel. Aus diesem Grund kommen auch die Gärtner der Stadt nicht dort hinein.
Ein großes Problem ist aber Vandalismus, besonders während und nach den Emil-Feten. Da werden Büsche ausgerissen, Äste abgeknickt und viele Pflanzen beschädigt. Auch Schulklassen, die den Schulgarten besuchen, hinterlassen oft eine Spur der Verwüstung. Also: Was das "so wuchert" ist ein kleines Stück Urwald zwischen Schule und Kunstrasenplatz, mitten in Euskirchen - und diesem Stück ist mit Achtung zu begegnen.
Max Marcus (Jgst. 11)


