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Tienes hambre?

Ein Bericht über den Spanien-Austausch 2006. 

spanischaustausch_2006Tienes hambre? Dies waren wohl die ersten Worte unserer spanischen Gasteltern, gesprochen mit Lichtgeschwin-digkeit und in einer scheinbar fremden Sprache. Letztere sollte uns in der kommenden Woche einige Probleme bereiten, denn was der junge, unerfahrene Durchschnittsschüler aus Euskirchen nicht weiß ist, dass Andalusisch so gut wie nichts mit Spanisch gemeinsam hat. Zumindest für das ungeschulte Ohr. Die Andalusier pflegen es nämlich nicht nur äußerst schnell zu sprechen, sondern überlassen es auch gerne mal dem seit einem Jahr Spanisch lernenden Schüler aus Deutschland, sich die Hälfte des Wortes dazuzudenken.                        

Die „leichten“ Verständnisprobleme taten dem äußerst herzlichen Empfang jedoch keinen Abbruch. Wir hatten es geschafft. Endlich waren wir in Cabra, was auf Deutsch soviel wie Ziege heißt, einem Städtchen im Herzen Andalusiens angekommen, um unseren spanischen Austauschpartnern einen Besuch abzustatten. Die folgende Woche war vor allem durch drei Dinge geprägt: Eine tief verwurzelte Kultur, eine unbeschreiblich schöne Landschaft und eine Kalorienmenge, die jedem Diätcoach zum Zusammenbruch verholfen hätte.

 Mit einer fast schon aufdringlichen Gastfreundlichkeit, wurde uns auf Anhieb jeder Wunsch von den Augen abgelesen, was aufgrund oben genannter Sprachbarrieren auch gar nicht anders möglich war, und jede erdenkliche andalusische Spezialität aufgetischt, die meistens nicht nur äußerst fettig, sondern auch ungemein köstlich war. Tja, man musste sich schließlich angemessen für die echt „deutschen“ Lindt-Pralinen revanchieren. Unseren ersten Tag verbrachten wir damit Cabra, mit seinen unzähligen verwinkelten Gassen und historischen Gebäuden zu erkunden. Dies machte uns wohl klar, wie froh wir sein konnten nicht in irgendeiner Metropole zu übernachten und somit das ursprüngliche Spanien, in dem die Uhren noch etwas langsamer laufen, vollkommen zu verpassen. Für uns hektische Deutsche vielleicht eine Spur zu langsam. Der obligatorische Empfang im Rathaus durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen. Für jeden von uns war sogar ein kleines Geschenkpaket inklusive T-Shirt zurecht gelegt worden.  So viel erneut zur spanischen Gastfreundschaft. Bei uns mussten sich die Spanier mit einem Orangensaft begnügen. 

Zu einem ordentlichen Schüleraustausch gehören selbstverständlich auch beliebte touristische Anlaufpunkte in der Gegend und somit waren vor Kultur strotzenden Städte wie Granada und Cordoba nicht von unserem Programmzettel wegzudenken. Granada begeisterte uns mit seinem unverkennbar arabischen Charme, welchen die Stadt und ihre Einwohner auf wundersame Weise zu bewahren scheinen. Ebenso wie Cordoba, das uns neben einem ebenfalls sehr herzlichen Empfang im Rathaus, durch seinen ursprünglichen, spanischen Lebensrhythmus beeindruckte.  Es bleibt also nur noch zu sagen, dass unsere Woche in Spanien mehr war, als bloß ein Urlaub während der Schulzeit. Nicht nur kulinarisch und kulturell wurden wir bereichert, sondern auch um einige Freundschaften, um mehr Gelassenheit und vor allem um viel Sonne.   Inga Pesch (Jgst. 12)