Girls Day 2011: Interview mit einer Fußball-Weltmeisterin
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- Kategorie: Studium & Beruf
- Geschrieben von Lübke
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Zittrig halte ich das Mikrofon fest. Es sind über 300 paar Augen, die mich in diesem Moment beobachten. Du darfst jetzt keinen Fehler machen, sporne ich mich selber an. Noch ein kurzer Blick auf den kleinen Zettel in meiner Hand. Im Kopf gehe ich die Frage nochmal durch. Die Fernsehkamera schwirrt vor meinen Augen. Dann blicke ich auf und schaue in ein erwartungsvolles Gesicht. Reflexartig muss ich grinsen. „Sie sagten eben schon, Sie haben sehr wenig Zeit, aber was tun Sie denn, wenn sie mal einen Moment für sich haben?“ Die zweifache Weltmeisterin muss lachen: „Ich setz‘ mich einfach auf die Couch und leg‘ die Füße hoch“. Sandra Minnert ist nicht nur Fußballweltmeisterin, sondern auch vierfache Europameisterin und fünffache deutsche Meisterin. Da war es also ein besonderes Highlight, dass sie sich am Donnerstag Zeit für den Girls Day in der Jugendfußballschule Hennef nahm. Während Verena Hagedorn den über 300 Mädchen ein paar Tipps zum Kicken zeigte, sprach die mehrfache Fußballweltmeisterin motivierende Worte: „Egal was ihr macht, bleibt am Ball, ihr werdet sehen es lohnt sich!“. Während in der großen Halle die eine oder andere Trainingsmethode vermittelt wurde, war im Konferenzraum ein riesiger Auflauf der Presse und das nicht nur wegen den Stars. Denn die Journalisten gaben uns die Möglichkeit, den Beruf des Sportreporters einmal näher zu betrachten. „Wie entsteht eine Radioreportage?“, „Aus welchen Teilen besteht eine Zeitung?“ und „Muss ich studieren um Journalistin zu werden?“ waren einige der vielen Fragen, die alle von den Journalisten beantwortet wurden. „Ey, ich glaube, wenn ich groß bin werde ich Sportjournalistin“. Allgemeines Getuschel bricht aus, jeder möchte seinem Nachbar die neue Erkenntnis berichten. Anscheinend haben die Reporter es geschafft, uns auf den Geschmack der Medien zu bringen. Plötzlich fragte Ralf Rohrmoser von Glasow, ein Journalist von dem „Rhein-Sieg-Anzeiger“, wer denn Interesse hätte Sandra Minnert zu interviewen. Mein Finger geht sofort nach oben, schließlich bekommt man nicht jeden Tag die Chance, seinen Traumberuf einmal so nah zu erleben. Offensichtlich haben sich das die anderen Mädchen auch gedacht, wir müssen also losen. Schnell die Namen auf Papier geschrieben, zusammen geknüllt und dann steht fest: Ich darf Sandra Minnert befragen. Der Tag neigt sich dem Ende, noch ein paar Mädchen versuchen manche Tricks mit dem Ball. Die meisten aber stehen schon längst an der Tribüne, denn die mehrfache Europameisterin verteilt Autogramme. Müde stelle ich mich auch an, es ist schon 15 Uhr, über sechs Stunden bin ich jetzt meinem Traumberuf nachgegangen. Endlich bin ich an der Reihe als Sandra Minnert mich anschaut: „Ein wirklich gutes Interview und schöne Fragen, das hat sehr viel Spaß gemacht. Weiter so!“. Und schon wieder muss ich grinsen. Meine Müdigkeit verfliegt. Ein Lob von einer Weltmeisterin, ich kann es gar nicht fassen! Spätestens jetzt steh fest: Ich werde Sportjournalistin. (Laura Barton, 9a)



