„Speedtalking“ im Oratorium - Besinnungstage der Jahrgangsstufe 9
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- Kategorie: Zeitung Allgemeines
- Geschrieben von Lübke
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Als wir ankamen, wurden als erstes die Zimmer verteilt: Auf der ersten Etage die Jungs, auf der zweiten die Mädchen. Dann trafen wir uns im Oratorium, ein großer Raum, welcher die ganze Fahrt über unser Treffpunkt für Versammlungen und Besprechungen war. Zuerst haben die drei Referenten sich vorgestellt und danach haben wir ein Spiel gespielt. Die Referenten haben das Spiel „Speedtalking“ genannt, denn es saßen sich immer zwei Leute gegenüber und haben eine Minute lang über eine Frage gesprochen. So bekamen wir, ohne es zu wissen, einen Eindruck von dem, was uns erwarten würde. Danach hat jeder einen Zettel aufgefüllt, mit welchen Themen wir in den folgenden Tagen bearbeiten wollen und welche nicht. Nach einer kurzen Pause standen die drei Themen zur Auswahl, welche wir als Einheiten wählen durften. Die Einheiten waren täglich eine bestimmte Anzahl von Pflichtstunden zum Thema. Wir durften uns zwischen den Themen „One-Night-Stand – Stand by me“, „Selbstwahrnehmung – Fremdwahrnehmung“ und „Sehnsucht nach der Sucht“ entscheiden.
Ich habe die Einheit „Sehnsucht nach der Sucht“ gewählt, wo es vor allem um die Sucht von Drogen ging. Zuerst haben wir ein paar Spiele gemacht, aber auch Vorstellungsrunden mit selbstgemachten Plakaten. Am dritten Tag haben wir eine Dokumentation geguckt, welche ein Mädchen 14 Jahre begleitete, das schon mit 13 anfing Drogen zu konsumieren. Dabei konnte man sehen, wie es der Frau nach und nach schlechter ging und welche Krankheiten Zigaretten und Drogen nach sich ziehen. „Oh mein Gott, hilfe, Drogen sind doch schlimmer als ich dachte“, hörte man von dem ein oder anderen flüstern. Nach diesem abschreckenden Film gab es eine Feedbackrunde und eine Entspannungsmassage. Weiter ging es am nächsten und letzten Tag: Wir machten Rollenspiele zum Thema Alkohol und füllten ein kleines Tagebuch zu unseren Sehnsüchten aus.
Die Fahrt war aber nicht nur durch Lernen, sondern auch durch Spaß geprägt. Der Donnerstag, der Tag vor der Abreise, war für alle ein lustiger und unvergesslicher Tag, denn nach der Einheit ging es noch für eine Stunde in den Gottesdienst. Es war aber kein gewöhnlicher Gottesdienst, denn diesmal wurde er von Schülerinnen und Schüler unserer Schule selbst in die Hand genommen. Der Pfarrer war sichtlich erfreut über eine „Zusammenarbeit“ mit uns, wir klatschten zu jedem Lied und auch der Gesang wurde nach und nach lauter. Es huschte auch das eine oder andere Lächeln über das Gesicht, aber jeder versuchte sich ernstzuhalten, denn „schließlich war man in der Kirche“. Im Laufe des Gottesdienstes bekam jeder eine Rose geschenkt, mit der er sich vertraut machen sollte. Als jeder seine Rose stumm betrachtet, schien es fast schon zu perfekt, dass der Gottesdienst so gut bei allen ankam. Keiner lachte, oder flüsterte seinem Nebenmann etwas zu, jeder konzentrierte sich. Nach dem Gottesdienst bedankte der Pfarrer sich für diese Stunde mit uns, so etwas schönes habe er lange nicht mehr erlebt. Und auch obwohl der Gottesdienst schon längst vorbei war wurde noch weiter gesungen, bis alle Hunger hatten, denn es gab zum Abendessen Pizza.
Ein besonderes Highlight der Fahrt war auch die Abschlussparty am selben Abend. Zuerst trauten sich nur wenige in das Oratorium, was durch bunte Lichter, eine Discokugel und einem DJ zu einer Disco umfunktioniert wurde. Doch nach und nach kamen mehr Leute und die Stimmung wurde richtig gut. So wurde noch bis elf Uhr getanzt und gesungen.
Aber auch andere Erlebnisse machten diese Fahrt unvergesslich, zum Beispiel das Rodeln im 40 cm hohem Schnee, die täglichen Abend- und Morgenrunden, die mal aus Spielen, Massagen, Geschichten oder Filmen bestanden, die Schneeballschlachten, die Abende im Spielekeller mit zum Teil außergewöhnlichen Spielen, die Versteckspiele im Wald und das Besuchen des Dorfes, wozu man einen hohen Berg zuerst runter und dann wieder hoch laufen musste. Doch nicht zuletzt sorgten die Beteiligten selbst dafür, dass die Fahrt doch etwas Besonderes an sich hatte. Wir alle haben viel gelernt, wenn nicht auch Sachen fürs ganze Leben. Außerdem wurde uns gezeigt, dass Kirche und Arbeiten Spaß machen kann, wenn man einige Sachen leicht verändert und mit anderen Augen betrachtet. Wir alle haben uns „besonnen“, uns selbst besser kennengelernt, nachgedacht, gearbeitet aber auch entspannt, Spaß gehabt, gelachtet und es genossen. Viele von uns haben auch neue Freunde gefunden und das zeigt uns schließlich, dass die Besinnungstage ein voller Erfolg waren. (Laura Barton, 9a)



