Vom Schülersprecher zum Berufspolitiker? Unsere SV!

Wir standen in einer Ecke unseres Schulhofes vor dem SV-Büro und warteten. Wir waren ein wenig nervös, Anni neben mir wackelte dauernd mit den Beinen und fragte mich: „Und? Siehst du ihn schon?“ Wonach wir suchten? Nach dem Schülersprecher Hendrik Wedderin, einem großen, schlaksigen Jungen mit dem wir am Vortag ein Interview vereinbart hatten.

Auf einmal kam er auf uns zu und fragte freundlich und mit einem Grinsen auf den Lippen: „Und was wollt ihr wissen?“ Anni erklärte ihm erst einmal unser Anliegen und er war ziemlich begeistert als wir ihm erzählten, dass das Interview für die Internet Zeitung sei, da die SV noch nicht sehr lange dort vertreten ist. Was die SV macht, fragt ihr euch? Nun wir uns auch, und das war auch eine Frage in unserem Interview. „Die SV ist eine Gruppe von Schülern aus der Oberstufe, die uns Schüler bei wichtigen Entscheidungen vertritt“, erklärte uns Hendrik. Das heißt, sie bringen in Besprechungen mit der Schulleitung Anliegen der Schüler vor und passen auf, dass mit den Entscheidungen der Schulleitung auch wir Schüler einverstanden sein können. Uns interessierte besonders, warum jemand SV- Mitglied werden will. Bei dieser Frage musste Hendrik erst mal ein bisschen überlegen, antwortete uns dann aber doch sehr bestimmt, dass das nicht schon lange geplant gewesen sei, sondern eher eine Blitz-Entscheidung. Er meinte auch, dass er sehr an Politik interessiert sei und sich gerne für die Schüler einsetzen will – da sei die SV natürlich genau das Richtige. Aber für eine super Schüler Vertretung reicht natürlich nicht nur ein super Schülersprecher, nein man brauche auch ein erstklassiges Team, was Hendrik sehr betonte. Und das erstklassige Team besteht aus Felix, Rebecca und Carsten. Die nächste Frage in unserem Interview war, wie die Wahl zur SV abläuft. Denn wir fragten uns, ob das genauso ist, wie wenn die Erwachsenen die Politiker wählen, die sie später vertreten sollen. Die letzte Wahl fand in einer Schülerkonferenz statt, zu der alle Klassensprecher und ihre Vertreter eingeladen waren. Die Sprecher und Sprecherinnen entschieden für ihre Klasse, welches SV-Team gewählt werden sollte. Auf die Frage wie lange dieses SV-Team nun die Schüler vertreten wird, konnte uns Hendrik natürlich auch eine Antwort geben. „Ein Jahr bleibt die SV so bestehen und je nachdem wie die Klassensprecher entscheiden, kann sie im nächsten Jahr noch einmal gewählt werden.“ Eine Frage, die uns noch brennend interessierte, war natürlich die Frage nach den Vorteilen, die man als SV-Mitglied hat. Spontan antwortete Hendrik mit einem breiten Grinsen: „Es macht Spaß!“ Auch die Nachteile interessierten uns. Was er uns da vor allem aufzählte war Zeitverlust. Zu Hause muss er viel tun, um der Schulleitung gute Ideen vorführen zu können. Und dann, mit einem provozierenden Grinsen meinte er: „Man muss halt immer ein Vorbild sein, denn wenn man mal was anstellt, heißt es gleich: Oh, der Schülersprecher kann sich ja alles erlauben“. Aber gerade so ist es eben nicht! Nun kommen ein paar Punkte, von denen wir wissen, dass sie viele Schüler interessieren. „Was ist denn jetzt eigentlich mit den Musikpausen?“ Nun wurde Hendrik schon ernster. „Naja, nachdem wir zweimal eine Musikpause gemacht hatten, kamen viele Beschwerden von den Nachbarn an die Schulleitung. Sie beklagten sich wegen der Ruhestörung, da diese Musikpausen auch meistens während der Mittagspause stattfanden.“ Die nächste dieser Fragen war, wieso man sich bei der SV keine Bälle mehr ausleihen darf. Auch da antwortete uns Hendrik: „Wegen den Nachbarn. Die machen viele Probleme, wenn es um so etwas geht. Die Schulleitung hat uns verboten, weiter den Ball-Verleih anzubieten, da viele der Bälle über die Mauer zu den Nachbarn fliegen.“ Jeden Freitag in der ersten Pause, ist das SV-Team im SV-Büro und hat eine Sprechstunde. Also, wenn ihr ein Problem habt, schaut dort einfach mal vorbei. Ihr könnt die SV aber auch immer während der Pause ansprechen, wenn ihr sie antrefft. Was Hendrik denn später einmal werden will, haben wir ihn gefragt. Viele Schüler sind bei diesem Thema ja sehr unentschlossen. Aber Hendrik hat schon eine ganz klare Vorstellung. „Ich will Jura studieren“, sagt er mit fester Stimme zu uns. „Am liebsten möchte ich anschließend Berufs-Politiker werden“. Anni und ich sagten lachend: „Ach auch so etwas in die Richtung was du jetzt machst.“ „Ja, das Thema Politik interessiert mich wirklich sehr. Ich habe den Wunsch etwas zu verändern.“  (von Annika Pagel und Nicole Schröder,  beide 7c )