Zwei Langtage und kein Ende in Sicht...

Erfahrungsbericht einer Schülerin: Es ist Montag. Die neunte Stunde. Man hört kaum einen Ton.  Wenn man sich in der Klasse umguckt, sieht man nur müde Gesichter. Der Lehrer versucht irgendwie ein bisschen Schwung in den Unterricht reinzubringen. Ohne Ergebnis. Es ist Langtag.

Unter Langtag versteht man ein Tag, an dem man neun Stunden hat. Aufgrund der Schuljahresverkürzung auf 12 anstatt 13 Jahren wurden sie eingeführt. Zwischen der sechsten und siebten Stunde ist eine Stunde Pause. In dieser Pause stehen verschiedene Freizeitangbote zur Verfügung. Seit diesem Halbjahr hat unsere Klasse zwei Langtage.  Man konnte große Empörung hören, als man uns den Stundenplan gesagt hat. Immer montags und donnerstags bis 15.25 Uhr in der Schule „rumhocken“. Nicht jedermanns Sache. Etwas Positives an der Sache ist aber auch dabei, denn man darf für die Fächer am Folgetag keine Hausaufgaben bekommen. „Laura, wir gehen nachher in Stille Stunde, oder?“. Dieser Satz ist fast schon ein Standartsatz in meinem Wortschatz. Jeden Montag das gleiche. Jeden Montag geht es zuerst in die Bücherei, ein Buch ausleihen. Danach in die Stille Stunde. Hier kann man Hausaufgaben machen, lernen oder sich einfach unterhalten. Leise natürlich. Als wir den Raum betreten, grinst uns  Frau Wedderin an. Es sieht so aus, als hätte sich schon auf uns gewartet. Frau Wedderin ist Mutter und leitet die Stille Stunde. Wir gehen eigentlich immer zu ihr. Sie ist nett. Wir erzählen ihr dann von peinlichen Geschehnissen, Pannen im Unterricht oder ähnlichen. Das macht Spaß, wir lachen viel und man kriegt die Zeit schnell rum. Gerade fällt mir ein, dass ich noch ein Buch in die Bücherei bringen muss. „Moni, kommst du schnell mit das Buch Weg bringen?“, frag ich meine Freundin. „Geht nicht, muss noch Englisch machen. Hab morgen keine Zeit dafür…“, kriege ich als Antwort zuhören. Es ist wirklich so. Seitdem wir zwei Langtage haben, fehlt mir sehr viel Zeit. Ich komme aus der Schule, esse und sitze dann bis fünf Uhr an den Hausaufgaben. Danach noch ein bisschen lesen oder Fernseh gucken. Und schon ist der Tag rum. Am liebsten hätte ich keine Langtage, oder jeden Tag einen Langtag, sodass man keine Hausaufgaben aufbekommt. Ich glaube viele teilen diese Meinung mit mir. Es ist einfach dieser Stress und Druck der Langtage, die einen fertig machen. Ganz zu schweigen von dem schweren Schulranzen. Aber was will man tun? Fragen tut uns Schüler sowieso keiner. Ich träume von dem Tag, an dem wir Schüler einmal unsere Meinung präsentieren. Und vielleicht hören uns die Politiker dann einmal zu und sehen ein, dass Langtage nicht gerade das Beste sind. Sehr wahrscheinlich darf ich weiter träumen und noch ein paar Jahre lang mich mit Langtagen rumschlagen. Danach kann ich aber sagen: Ich habe es geschafft! Und werde den anderen Mut machen, es auch zu schaffen. Aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit. ;) (Laura, 8a)